Machtlos der Krankenkasse gegenüber?!?

Krankenkasse und Diabetes

Krankenkasse und Diabetes - Hammerhai im Netz

Mit dem Schweineinsulin komme ich bis heute bestens zurecht. Wenig Positives kann ich über meine Krankenkasse berichten. Die AOK Rheinland/Hamburg weigert sich leider bisher beharrlich, mir die Kosten für dieses lebensnotwendige Medikament zu erstatten. Die AOK behauptet mit Unterstützung des MDK, dass weitere Insuline zur Verfügung stehen. Im Krankenhaus hatte ich bereits eine systemische Reaktion auf Analoginsulin und nachweislich später erhebliche Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen mit Humaninsulin. Welche weiteren Insuline neben Human-, Analog- und Tierinsulin gibt es noch? Meine Antwort: KEINE!

Ich erreiche HbA1c-Werte, die sogar manchmal meinen Diabetologen erstaunen. Ich habe Werte im Rahmen der ICT-Therapie wie gesunde Menschen. Das liegt sicherlich nicht ausschließlich am Schweineinsulin.

Neben konsequentem Verhalten, einer guten Schulung und sich für die Krankheit Diabetes und Ernährung zu interessieren, ist das individuell richtige Insulin aber die Voraussetzung für gute Werte und eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes mellitus.

Für mich persönlich hat sich Schweineinsulin als das richtige Medikament erwiesen. Mit den Human- und Analoginsulinen habe ich erhebliche Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten.

Auch wenn alle möglichen Studien belegen, dass bei der überwiegenden Anzahl von Diabetikern und Diabetikerinnen Humaninsuline oder Analoginsuline erfolgreich eingesetzt werden, so kann das im Einzelfall unzutreffend sein. Es ist doch absurd zu behaupten, dass ein Medikament, welches über Jahrzehnte das einzige auf der Welt zur Behandlung von Diabetes war, wäre keine Alternative. Ausnahmen bestätigen stets die Regel. Eine Studie kann nicht belegen, ob ein Medikament für mich individuell am besten geeignet ist. Eine Studie belegt ausschließlich den Gesamtnutzen für die an der Studie teilnehmenden Probanden und darauf aufbauend den wahrscheinlichen Nutzen für viele. 

Fest steht, dass sowohl Humaninsulin als auch Analoginsulin (modifiziertes Humaninsulin) synthetisch hergestellte Insuline sind und eben kein natürliches Insulin.

Es ist doch auch so, dass es früher Diabetiker und Diabetikerinnen gab, die Nebenwirkungen mit Tier-Insulin hatten und denen die synthetischen Insuline geholfen haben. Das kann umgekehrt doch genauso sein, dass es Menschen gibt, die lediglich Tier-Insulin vertragen und die synthetischen Insuline nicht.

Klage vor dem Sozialgericht

Gegen die Entscheidung der Krankenkasse habe ich Widerspruch eingelegt. Der Widerspruch wurde abgelehnt. Das Verfahren vor dem Sozialgericht läuft noch. Der vom Gericht bestellte Gutachter behauptet, dass meine Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen von den in den Insulinen vorhandenen weiteren Wirkstoffen (Stabilisatoren bzw. Lösungsmitteln) kommen. Tests dazu wurden keine gemacht. Er schlägt Analoginsuline vor, von denen es Studien über krebsfördernde Wirkungen gibt. Auf Analoginsulin habe ich mit einer systemischen Reaktion bereits im Krankenhaus reagiert.

Der Gefahr eines anaphlyaktischen Schocks werde ich mich nicht aussetzen, auch wenn dieses Risiko selten ist. Selten ist auch eine Unverträglichkeit von Human- und Analoginsulin.

Die vorgeschlagenen Analoginsuline haben einer Diabetikerin das Fettgewebe in den Beinen zerstört. Sie hat den nervenzehrenden Prozess bis zum Bundesgerichtshof durchgehalten und gewonnen. Diese Patientin wurde seinerzeit ohne Not von Tier-Insulin auf synthetisches Insulin umgestellt.

Ausnahmen können doch immer wieder mal vorkommen. Der einzelne Mensch scheint allerdings nicht wahrgenommen zu werden. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass anscheinend nicht sein kann, was nicht sein darf.

In diesem sozial-rechtlichen Konstrukt kommt man sich als Betroffener oder Betroffene machtlos vor. Gegen diese Institutionen als Einzelperson zu kämpfen, ist ein sehr ungleicher Kampf. Wer verfügt privat schon über eine komplette Rechtsabteilung?