Das Desaster

Das Desaster in Deutschland und weltweit

Pharmaindustrie

Die Macht der Pharmaindustrie

In Deutschland existiert keine wissenschaftlich unabhängige Forschung. Selbst medizinische Forschungsprojekte an den Universitäten erhalten von der Pharmaindustrie Forschungsgelder. Das Ziel von Unternehmen ist es grundsätzlich Profit zu machen. Auch den Pharmaunternehmen geht es in erster Linie darum, Geld zu verdienen.

Das Geschäft mit Diabetes mellitus, insbesondere Typ 2 als sogenannte Wohlstandskrankheit, ist ein riesengroßer Markt mit steigenden Kundenzahlen für die Pharmaindustrie. Ca. 95 % der Diabetiker sind Typ 2, der verschwindend geringere Teil hat die Autoimmunerkrankung Typ 1 Diabetes. Während man vor rund 40 Jahren vom Alterszucker (Typ 2 Diabetes) ausschließlich bei älteren Menschen hörte, haben heute auch junge Menschen immer häufiger diese Erkrankung.

In der Betriebswirtschaft gibt es zwei grundlegende Prinzipien: 1. Wie kann ich mit den gegebenen Mitteln, ein größtmögliches Ziel erreichen? – 2. Wie kann ich ein vorgegebenes Ziel, mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreichen? Oder anders formuliert: 1. Wie kann ich mit einem Budget von 1 Million, einen größtmöglichen Gewinn erzielen. – 2. Wie kann ich 1 Milliarde Umsatz erzielen, mit möglichst geringen Kosten.

Die Produkte der Pharmaunternehmen müssen selbstverständlich auch einen Nutzen für die Verbraucher haben. Medikamente müssen erkrankte Menschen wirksam bei der Genesung unterstützen und im Ziel dazu führen, dass die Gesundheit soweit möglich wieder hergestellt wird oder es möglich wird mit einer (chronischen) Erkrankung zu leben.

Wer im Internet zum Thema Humaninsulin und Analoginsulin recherchiert, wird allerdings erstaunliche Berichte finden.

Wichtig zu wissen ist, dass der Pharmaindustrie mit dem Humaninsulin ein weltweiter Durchbruch gelungen ist: Es wurde das erste gentechnisch, synthetische Medikament auf den Markt gebracht. Es sollte bewiesen werden, dass mit Gentechnik Heilung möglich wird. Und das kostengünstig.

Die Zahl der an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankten Menschen hatte sich dramatisch gesteigert. Es musste somit ein Medikament auf den Markt, womit diese Masse an Erkrankten behandelt werden konnte. Die Menge an Schweineinsulin hätte man weltweit gar nicht produzieren können, um alle an Diabetes erkrankten Menschen behandeln zu können.

Grundsätzlich ist gegen diesen Weg auch nichts einzuwenden. Wenn denn die Pharmaindustrie dafür gesorgt hätte, dass es eine Vielfalt an Insulinen gibt, bei denen auch dem natürlichen Tier-Insulin ein entsprechender Platz eingeräumt worden wäre.

Politik und Pharmaindustrie 

Meine weitere Recherche im Internet ergab, dass anscheinend damals viele Diabetiker und Diabetikerinnen ohne Not von Tier-Insulin auf Humaninsulin umgestellt worden sind. Angeblich ist für diese Umstellung sogar Geld bezahlt worden. Ob dies der Wahrheit entspricht, kann ich nicht beurteilen. Vorstellbar ist es allerdings. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass die Mehrheit der seinerzeit an Diabetes mellitus Erkrankten sehnsüchtig auf ein neues Medikament gewartet hat oder wegen Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten darauf angewiesen gewesen war.

Der Werbeslogan der Pharmaindustrie: „Humaninsulin – humaner geht nicht“, der aus dieser Zeit stammt, hat sicherlich dazu beigetragen, Diabetiker und Diabetikerinnen von Tier-Insulin auf Humaninsulin umzustellen, obwohl das medizinisch gar nicht notwendig war.

Im Vergleich zu Tier-Insulin war das neue Humaninsulin ein Medikament, welches durch Patente geschützt werden konnte. Tier-Insulin, Schweineinsulin oder Rinderinsulin, ist nicht durch Patente geschützt. Mit patentierten Medikamenten lässt bzw. ließ sich allerdings viel mehr Geld verdienen als mit nicht patentierten oder nicht patent-fähigen Medikamenten. Damals als das Humaninsulin auf den Markt gebracht worden ist, war die gesetzliche Voraussetzung in Deutschland dafür noch nicht, dass gegenüber einem bereits etablierten Medikament ein Nutzen-Mehrwert von der Pharmaindustrie nachgewiesen werden musste. Der Nachweis über einen Mehrwert musste erst erbracht werden, als das Analoginsulin Mitte des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts (2004) auf den Markt gebracht worden war. 

Damals wurde das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Zuge der Gesundheitsreform 2004 als eine Stiftung gegründet. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens.
„Das IQWiG ist ein fachlich unabhängiges wissenschaftliches Institut. Das heißt, keine Interessengruppe kann die Ergebnisse der vom Institut erstellten Gutachten beeinflussen.“(https://www.iqwig.de/de/ueber-uns/aufgaben-und-ziele/auftraggeber-und-finanzierung.2951.html, Zugriff: 15.07.2017)

Das IQWiG ist mit anderen Worten eine „Kontrollinstanz“ ohne Befugnisse, welches der Pharmaindustrie aufgrund der Beauftragung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA ) oder vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG ) auf die Finger schaut und Studien der Pharmaindustrie auf Richtigkeit und Nachvollziehbarkeit prüft. Die Ergebnisse des IQWiG gehen dann zur Entscheidung an den jeweiligen Auftraggeber BMG oder G-BA zurück.

In 2004 stellte das IQWiG dann auch im Rahmen einer Studie fest, dass Analoginsuline gegenüber Humaninsulinen keinen Mehrwert bringen. Aufgrund dieser Studie wurde dann zunächst Analoginsulin ausschließlich noch für Typ 1 Diabetiker von den Krankenkassen erstattet.

(Hier finden Sie weitergehende Informationen zu dieser Studie und zu weiteren Studien des IQWiG im Rahmen der Diabetes mellitus Behandlung.)

Es ist ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt. – Ich will die Human- und modifizierten Humaninsuline (Analoginsuline), die ebenfalls wieder patentiert wurden, gar nicht verteufeln. Es ist nur sehr bedauerlich, dass Tier-Insulin aufgrund dieser Gemengelage in Deutschland nicht mehr verfügbar ist.

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